Bio-Blumen versenden: Nachhaltige Sträuße für die Vase
Wer Blumen per Post verschickt, hat zwei Optionen: konventionelle Schnittblumen oder ein Bio-Strauß. Konventionelle Schnittblumen legen oft tausende Kilometer zurück, erhalten Pestizide und werden selten unter fairen Bedingungen produziert.
Bio-Blumen durchbrechen diese Kette. „Bio" ist auch bei Blumen ein gesetzlich geschützter Begriff, und inzwischen liefern genug Anbieter nachhaltige Sträuße bis an die Haustür.
Warum Bio-Blumen besser für Mensch und Umwelt sind
Die Blumenproduktion hat sich in den letzten Jahrzehnten von den Niederlanden in Länder mit wärmerem Klima verlagert: Kenia, Ecuador und Sri Lanka sind heute die wichtigsten Anbauregionen. Das hat wirtschaftliche Gründe, aber auch Folgen für Mensch und Umwelt. Konventionell angebaute Schnittblumen enthalten oft Pestizide, die Arbeiter und Böden belasten. In Ländern wie Äthiopien gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn, in Uganda liegt er bei der Hälfte der Weltbank-Armutsgrenze. Viele Beschäftigte in der Blumenindustrie arbeiten lange Stunden, verdienen wenig und haben keinen Anspruch auf Krankengeld oder Mutterschaftsurlaub.
Ein Bio-Strauß löst diese Probleme nicht automatisch. Das Bio-Siegel regelt den Anbau, nicht die Arbeitsbedingungen. Aber es schließt den Einsatz von synthetischen Pestiziden aus und reduziert damit die Belastung für Menschen und Umwelt. Wer beides möchte, sollte nach Sträußen suchen, die bio und fairtrade zertifiziert sind.
Was das Bio-Siegel bei Blumen bedeutet
Der Begriff "bio" ist für Schnittblumen, Stauden und Topfpflanzen genauso geschützt wie für Lebensmittel. Das bedeutet: Ein Strauß darf nur dann als Bio-Blume verkauft werden, wenn er nach den EU-Öko-Verordnungen angebaut wurde. Dazu gehören der Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und mineralische Dünger sowie die Einhaltung bestimmter Fruchtfolgen.
Achten Sie beim Kauf auf das EU-Bio-Logo oder die Kennzeichnung eines zugelassenen Bio-Anbauverbands wie Naturland oder Bioland. Diese Siegel garantieren, dass die Blumen kontrolliert biologisch angebaut wurden. Ein Strauß ohne Siegel, der nur mit dem Wort "bio" beworben wird, ist rechtlich nicht zulässig.
Bio und Fairtrade: Was zusammenpasst
Bio und Fairtrade sind zwei verschiedene Zertifizierungen, die unterschiedliche Probleme angehen. Das Bio-Siegel kümmert sich um den Anbau, das Fairtrade-Siegel um die Arbeitsbedingungen. Fairtrade-Blumen gibt es seit 2005 und sie werden auf etwa 70 Farmen in Afrika, Lateinamerika und Asien angebaut. Die Standards umfassen feste Arbeitszeiten, soziale Leistungen, ein Verbot von Kinderarbeit und die Reduktion von Pestiziden.
Ein Strauß kann beides sein: bio und fairtrade. Viele Anbieter kombinieren die Zertifizierungen, weil sie sich gut ergänzen. Wenn Sie sich für einen entscheiden müssen, überlegen Sie, was Ihnen wichtiger ist. Wer Wert auf pestizidfreie Blumen legt, wählt bio. Wer die Arbeitsbedingungen verbessern will, wählt fairtrade. Am besten ist ein Strauß, der beide Siegel trägt.
Woran Sie nachhaltige Blumen erkennen
Anders als bei Obst und Gemüse gibt es für Schnittblumen keine Pflicht zur Herkunftskennzeichnung. Deshalb fällt es Verbrauchern schwer zu erkennen, woher ein Strauß stammt und wie er produziert wurde. Sie müssen deshalb aktiv nachfragen oder auf freiwillige Angaben der Anbieter achten.
Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Siegel prüfen: EU-Bio-Logo, Naturland, Bioland, Fairtrade. Jedes Siegel hat eigene Anforderungen.
- Herkunft erfragen: Regionale Blumen aus Deutschland oder den Niederlanden haben kürzere Transportwege als solche aus Kenia oder Ecuador.
- Saisonal kaufen: Blumen, die in der Region Saison haben, müssen nicht eingeflogen werden. Im Winter sind das zum Beispiel Amaryllis oder Weihnachtssterne, im Sommer Pfingstrosen oder Sonnenblumen.
- Fairtrade-Einkaufsfinder nutzen: Fairtrade Deutschland bietet eine Online-Suche, mit der Sie Geschäfte in Ihrer Nähe finden, die Fairtrade-Blumen verkaufen.
Diese Kriterien gelten auch beim Online-Kauf. Seriöse Anbieter geben die Herkunft ihrer Blumen auf der Website an. Wenn Sie diese Informationen nicht finden, fragen Sie per E-Mail oder Telefon nach. Ein Anbieter, der nachhaltige Blumen verkauft, beantwortet solche Fragen gerne.
So versenden Sie Bio-Blumen
Der Versand von Blumen ist heikel, weil die Sträuße empfindlich sind. Die meisten Online-Blumenhändler haben dafür spezielle Verpackungen entwickelt, die die Blumen schützen und gleichzeitig kühl halten. Wenn Sie einen Strauß selbst verschicken möchten, sollten Sie ein paar Dinge beachten.
Wählen Sie einen Anbieter, der nachhaltige Verpackung verwendet. Viele Händler setzen inzwischen auf recyceltes Papier statt Plastikfolie und verzichten auf Styropor. Fragen Sie vor der Bestellung nach, ob die Verpackung kompostierbar oder recyclingfähig ist. Einige Anbieter bieten sogar an, die Verpackung nach der Lieferung zurückzunehmen.
Für den Selbstversand gilt: Schneiden Sie die Stiele schräg an und stellen Sie die Blumen in ein mit Wasser gefülltes Röhrchen oder wickeln Sie die Stielenden in feuchtes Papier. Fixieren Sie den Strauß in einem stabilen Karton, damit er beim Transport nicht verrutscht. Wählen Sie einen Versand mit kurzer Laufzeit, zum Beispiel Express oder Übernachtzustellung, damit die Blumen frisch ankommen.
Achten Sie auch auf die Lieferadresse. Wenn Sie Blumen an eine Privatadresse schicken, prüfen Sie, ob der Empfänger zu Hause ist. Viele Händler bieten die Zustellung an einem Wunschtermin an. Das ist besonders bei Geburtstagen oder anderen Anlässen sinnvoll, weil die Blumen nicht stundenlang vor der Tür stehen sollten.







