Beispiele für gelungene Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen
Kletterpflanzen kühlen die Fassade im Sommer, dämpfen Schall und werten die Hauswand optisch auf. Damit sie dauerhaft halten und die Wand nicht beschädigen, muss die Befestigung dazu passen, wie die Pflanze klettert: Selbstklimmer haften direkt an der Wand, andere brauchen eine Rankhilfe, also ein Gitter, Spalier oder Seilsystem, an dem sie sich festhalten. Welche Befestigung zu welcher Wand und Pflanze passt, zeigen Beispiele gelungener Fassadenbegrünung.
Die zwei Klettertypen bestimmen die Befestigung
Bevor Sie eine Kletterpflanze anbringen, müssen Sie wissen, wie sie wächst. Es gibt zwei Gruppen: Selbstklimmer und Gerüstkletterpflanzen. Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein halten mit Haftwurzeln oder Haftscheiben direkt an der Wand. Sie brauchen keine Rankhilfe, hinterlassen aber Spuren im Putz, wenn man sie entfernt. Gerüstkletterpflanzen wie Kletterhortensie, Waldrebe oder Pfeifenwinde winden sich mit ihren Trieben um dünne Stäbe oder Seile. Sie brauchen zwingend eine Rankhilfe, sonst fallen sie zu Boden.
Für die Befestigung bedeutet das: Selbstklimmer setzen Sie direkt an die Wand, Gerüstkletterer bekommen ein Rankgitter, Spalier oder ein Seilsystem. Die Wahl des Systems hängt auch vom Wandmaterial ab. Auf glattem Putz hält eine Rankhilfe mit Dübeln, auf einer Holzfassade schrauben Sie sie direkt an. An Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem, also mit außen angebrachter Dämmung, verwenden Sie Abstandshalter, damit die Pflanze die Dämmung nicht durchdringt.
Kletterhortensie an der Nordwand
Eine typische Situation ist die schattige Nordwand eines Reihenhauses. Hier gedeihen Kletterhortensien gut, ebenso Pfeifenwinde oder die Montana-Waldrebe. Diese Pflanzen sind Gerüstkletterer und brauchen eine stabile Rankhilfe. Ein bewährtes Vorgehen ist ein Holz- oder Metallgitter, das Sie mit Wandabstand von etwa zehn Zentimetern montieren. Der Abstand sorgt dafür, dass Luft hinter den Trieben zirkuliert und die Fassade trocken bleibt.
Montieren Sie das Gitter an mehreren Punkten mit rostfreien Schrauben und Dübeln, die für das Wandmaterial geeignet sind. Bei einer verputzten Wand reichen handelsübliche Universaldübel, bei einer alten Ziegelwand sollten Sie längere Dübel wählen. Setzen Sie die Pflanze mit etwas Abstand vor der Wand in den Boden, damit die Wurzeln Platz haben. Führen Sie die jungen Triebe in den ersten beiden Jahren regelmäßig durch die Gitteröffnungen, bis die Pflanze von selbst Halt findet.
Wilder Wein an der Südwand
An einer vollsonnigen Südwand ist der Wilde Wein eine robuste Wahl. Er ist ein Selbstklimmer, kann aber an sehr glatten oder frisch gestrichenen Fassaden abrutschen. In diesem Fall hilft ein einfaches Seilsystem: Sie spannen Edelstahlseile waagerecht oder senkrecht vor die Wand und fixieren sie mit Wandhaltern. Die Triebe des Wilden Weins halten sich an den Seilen fest, auch wenn die Haftscheiben auf dem Putz keinen Halt finden.
Das Seilsystem hat den Vorteil, dass Sie es bei Bedarf lösen können, etwa wenn die Fassade neu gestrichen werden muss. Spannen Sie die Seile leicht an, damit sie bei Wind nicht schlagen. Die Wandhalter befestigen Sie wie beim Rankgitter mit Dübeln. Achten Sie darauf, dass die Seile nicht direkt auf dem Putz aufliegen, sondern mit einem Abstand von fünf bis acht Zentimetern montiert sind.
Schnellwachsende Rankpflanzen an der Garagenwand
Für eine unscheinbare Garagenwand oder eine Mauer im Garten eignet sich ein Spalier aus Holzlatten, das Sie direkt an der Wand anbringen. Schnellwachsende Gerüstkletterer wie der Echte Hopfen oder die einjährige Prunkwinde bedecken die Fläche innerhalb einer Saison. Das Spalier bauen Sie aus wetterfestem Holz, etwa Lärche oder Robinie, und schrauben es mit Abstandshaltern an die Wand.
Ein solches Spalier ist auch nachträglich leicht zu erweitern, wenn die Pflanze mehr Fläche einnimmt. Befestigen Sie die Latten so, dass die Öffnungen zwischen ihnen groß genug sind, damit die Triebe hindurchwachsen können. Die jungen Triebe wickeln Sie vorsichtig um die Latten, dicke oder schon holzige Triebe brechen sonst leicht ab. Bei einjährigen Pflanzen entfernen Sie das Rankgerüst im Herbst nicht, es bleibt für die nächste Saison stehen.
Genehmigung und Förderung vorher klären
Wenn Sie die Kletterpflanze nicht im eigenen Garten, sondern im öffentlichen Raum pflanzen wollen, etwa am Gehweg vor dem Haus, brauchen Sie in vielen Gemeinden eine Genehmigung. Der Grund ist, dass Sie für die Pflanzung ein Loch in den öffentlichen Gehweg graben müssen. Zuständig ist in der Regel das Gartenbau- und Grünflächenamt Ihrer Stadt. Dort erfahren Sie auch, ob Ihre Gemeinde ein Förderprogramm für Fassadenbegrünung anbietet. Manche Städte zahlen einen Zuschuss zu den Kosten für Pflanze und Rankhilfe, andere stellen kostenlose Beratung bereit. Fragen Sie vor Beginn der Arbeiten nach, sonst riskieren Sie, dass die Behörde nachträglich Auflagen stellt oder die Pflanzung entfernen lässt.







