Bio-Blumen versenden: Eine Einführung für Einsteiger
Sie möchten Blumen versenden und dabei auf ökologischen Anbau achten? Bio-Blumen stammen aus Gärtnereien, die ohne chemisch-synthetische Pestizide und künstlichen Dünger arbeiten. Stattdessen düngen sie organisch und bekämpfen Schädlinge natürlich.
Wer solche Sträuße bestellt und versenden lässt, unterstützt eine umweltfreundlichere Alternative zum konventionellen Blumenhandel, der oft Sträuße mit vielen Pestizidrückständen liefert.
Was Bio-Blumen ausmacht
Die Europäische Union definiert Bio-Produkte gesetzlich. Für Blumen bedeutet das: Die Gärtnerei muss nach kontrolliert ökologischen Methoden anbauen. Sie darf keine gentechnisch veränderten Pflanzen verwenden und verzichtet auf chemisch-synthetische Pestizide, künstlichen Dünger und Klärschlamm. Stattdessen verwenden sie Kompost, Gründüngung und Nützlinge. Jeder Betrieb, der seine Produkte als Bio verkauft, wird von zugelassenen Stellen kontrolliert. Auf der Verpackung oder im Online-Shop finden Sie eine Kennnummer wie DE-ÖKO-006. Sie zeigt, dass der Betrieb zertifiziert ist.
Ein wichtiger Unterschied zur konventionellen Ware: Bio-Blumen wachsen saisonal. Sie werden zu ihrem natürlichen Blütezeitpunkt geerntet und nicht im energieintensiven Gewächshaus oder mit Wachstumsbeschleunigern außerhalb der Saison gezogen. Das bedeutet, dass Sie im Winter keine Bio-Tulpen aus heimischem Anbau erwarten sollten. Stattdessen bestimmt die Jahreszeit, welche Blumen gerade verfügbar sind. Diese Saisonalität ist kein Nachteil, sondern ein Kennzeichen des ökologischen Anbaus.
Warum Bio-Blumen versenden?
Konventionelle Blumensträuße enthalten nachweislich oft Rückstände mehrerer Pestizide. Messungen haben gezeigt, dass zehn verschiedene Pestizide in einem einzigen Strauß keine Seltenheit sind. Wer Blumen verschenkt, möchte meist eine Freude bereiten. Ein Strauß mit chemischen Rückständen bringt diese aber auch in die Wohnung der Empfängerin oder des Empfängers. Bio-Blumen umgehen dieses Problem, weil der Anbau ohne diese Mittel auskommt.
Nachhaltig produzierte Schnittblumen sind allerdings noch selten. Der Marktanteil ist klein, und nicht jede Gärtnerei bietet einen Versand an. Genau hier springen Betriebe ein, die frische Bio-Blumen direkt per Paket verschicken. Sie schneiden die Blumen kurz vor dem Versand, verpacken sie feucht und liefern sie innerhalb weniger Tage an die Haustür. Für Sie als Besteller bedeutet das: Sie können auch dann ökologisch erzeugte Blumen verschenken, wenn in der Nähe der Empfängerin oder des Empfängers keine Bio-Gärtnerei existiert.
Zertifizierung erkennen
Achten Sie beim Kauf auf eine sichtbare Bio-Kennzeichnung. Das EU-Bio-Logo mit dem Blatt aus Sternen ist Pflicht für verpackte Bio-Produkte in der EU. Zusätzlich muss die Kontrollstellennummer genannt sein, etwa DE-ÖKO-006. Diese Nummer zeigt, welche Kontrollstelle den Betrieb prüft. Bei Online-Shops finden Sie diese Angaben meist in der Produktbeschreibung oder in den AGB. Wenn ein Anbieter mit Begriffen wie „naturnah“ oder „umweltfreundlich“ wirbt, ohne eine gültige Zertifizierung zu nennen, handelt es sich nicht um zertifizierte Bio-Ware. Verlassen Sie sich auf die Kennzeichnung, nicht auf wohlklingende Werbeversprechen.
Ein Sonderfall ist der Import. Die EU-Verordnung zur Entwaldung (EUDR) verbietet den Handel mit Rohstoffen, die zur Abholzung von Wäldern beitragen. Schnittblumen stehen jedoch nicht auf der Liste der betroffenen Rohstoffe. Das heißt: Für importierte Bio-Blumen gilt die EUDR nicht direkt. Wenn Sie sichergehen wollen, dass Ihre Blumen aus ökologischem Anbau stammen, wählen Sie am besten einen Anbieter, der seine Herkunft klar angibt und auf regionale Produktion setzt.
Saison und Region beachten
Die größte Herausforderung beim Versand von Bio-Blumen ist die Verfügbarkeit. Weil die Blumen saisonal wachsen, können Sie nicht zu jedem Anlass jede Sorte bestellen. Ein Frühlingsstrauß mit Tulpen und Narzissen ist im April problemlos erhältlich, im November aber nicht. Viele Bio-Gärtnereien bieten deshalb wechselnde Sträuße an, die sich nach der aktuellen Ernte richten. Wenn Sie einen bestimmten Anlass haben, etwa einen Geburtstag oder ein Jubiläum, bestellen Sie frühzeitig und fragen Sie nach, welche Blumen gerade verfügbar sind.
Regionale Bio-Blumen haben einen weiteren Vorteil: kurze Transportwege. Ein Strauß aus einer Gärtnerei in Ihrer Nähe oder im selben Land verursacht weniger CO₂ als importierte Ware. Manche Betriebe liefern nur in einem begrenzten Umkreis, andere versenden deutschlandweit. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob der Anbieter in Ihre Region liefert und ob die Versandkosten in einem vernünftigen Verhältnis zum Blumenpreis stehen.
Verpackung und Transport
Beim Versand von Schnittblumen kommt es auf die richtige Verpackung an. Die Gärtnerei schneidet die Stiele schräg an, stellt die Blumen in Wasser oder in feuchtes Material und verpackt sie stabil in einem Karton. So überstehen sie den Transport von ein bis zwei Tagen, ohne zu welken. Als Besteller müssen Sie nichts weiter tun, als die Lieferung anzunehmen und die Blumen nach dem Öffnen sofort in eine Vase mit frischem Wasser zu stellen. Schneiden Sie die Stiele vor dem Einstellen noch einmal schräg an, damit die Blumen besser Wasser aufnehmen.
Einige Anbieter liefern die Blumen in einer wiederverwendbaren oder kompostierbaren Verpackung. Das ist ein zusätzlicher Vorteil, weil es zum ökologischen Anbau passt. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach, wie die Verpackung aussieht und ob sie recycelbar ist. Wenn Sie die Blumen selbst verschenken möchten, können Sie die Verpackung nach dem Auspacken ins Altpapier geben oder wiederverwenden.







