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Checkliste für den nachhaltigen Blumenversand

Blumen verschicken Sie zu Geburtstagen, Feiertagen, als Dankeschön oder Trost. Der Weg vom Feld bis zur Vase verbraucht Energie, Kühlung und Verpackung. Diese drei Punkte bestimmen, wie nachhaltig der Versand ist. Die Blumenwahl bestimmt den größten Teil der Klimabilanz, noch vor der Verpackung. Entscheidend sind Herkunft, Zertifizierung, Verpackung und Transportweg.

Blumenwahl: regional und saisonal

Die größte Wirkung erzielen Sie bei der Auswahl der Blumen, nicht erst beim Paket. Rund 92 Prozent der in Deutschland verkauften Schnittrosen stammen aus Importen, viele davon aus dem globalen Süden. Auf den Farmen dort sind die Arbeitsbedingungen oft schlecht, und der lange Transportweg belastet die Klimabilanz. Wer regional und saisonal kauft, verkürzt den Weg und unterstützt heimische Gärtnereien. Wenn Sie exotische Blumen möchten, achten Sie auf Herkunft und Zertifizierung statt auf den günstigsten Preis.

Fairtrade-Siegel prüfen

Das Fairtrade-Siegel steht für bessere Arbeitsbedingungen und Umweltauflagen auf den Farmen. Weltweit gibt es etwa 70 Fairtrade-zertifizierte Blumenfarmen mit über 70.000 Beschäftigten, die meisten in Lateinamerika und Afrika. Kenia allein hat 49 zertifizierte Farmen. Über die Hälfte aller Fairtrade-Schnittblumen wird in Deutschland verkauft, und 2024 war mehr als jede dritte hier verkaufte Rose Fairtrade-zertifiziert. Fairtrade-Rosen aus Kenia haben eine bessere CO2-Bilanz als Rosen aus den Niederlanden, weil europäische Gewächshäuser künstlich beheizt und beleuchtet werden müssen. Das Siegel ist also ein verlässlicher Anhaltspunkt, auch wenn der Transportweg länger ist.

Verpackung ohne Plastik

Beim Versand wird traditionell viel Plastikfolie verwendet, die die Blumen schützt, aber nicht recycelbar ist. Fragen Sie beim Floristen oder im Online-Shop nach plastikfreier Verpackung. Papier und Karton halten die Blumen stabil, wenn sie richtig fixiert sind. Achten Sie darauf, dass die Stiele in einem feuchten Behälter oder mit einem feuchten Tuch umwickelt sind, damit die Blumen den Transport überstehen. Wenn Sie selbst verpacken, nutzen Sie Zeitungspapier oder Wellpappe und verzichten Sie auf Klebeband aus Plastik.

Transport und Kühlkette

Der Transportweg bestimmt einen großen Teil der Klimabilanz. Blumen, die per Flugzeug reisen, verbrauchen deutlich mehr Energie als solche, die per Lkw oder Schiff kommen. Bei regionalen Blumen entfällt der lange Weg ganz. Achten Sie beim Versand darauf, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird, sonst leiden Haltbarkeit und Frische. Ein Kurierdienst mit Kühlfahrzeug ist für empfindliche Blumen die sichere Wahl, für robuste Sorten reicht ein normaler Paketversand mit schneller Zustellung.

Empfänger informieren

Der letzte Schritt passiert beim Empfänger. Legen Sie eine kurze Pflegeanleitung bei: Stiele schräg anschneiden, Wasser wechseln, Blumen nicht in die pralle Sonne stellen. So halten die Blumen länger, und der Aufwand für den Versand war nicht umsonst. Sagen Sie auch, wie die Verpackung entsorgt wird. Besteht sie aus Papier und Karton, gehört sie ins Altpapier.


Anja Koehler

Ich bin Anja Koehler, Blumenliebhaberin auf Lebenszeit und Hobbygärtnerin. Ich liebe Blumen, weil sie mir helfen zu sehen, dass Schönheit in vielen Formen und Größen vorkommt. Es gibt keine universelle Definition von Schönheit.