Drainagevlies im Garten: So verlegen Sie Geotextilien richtig
Ein Drainagevlies (Geotextil oder Filtervlies) ist ein engmaschiges Kunststoffgewebe, das Wasser durchlässt und Erde sowie feine Partikel zurückhält. Die Verlegung entscheidet, ob die Drainage dauerhaft arbeitet oder nach wenigen Jahren verstopft. Die meisten Fehler passieren bei der Verlegung: Falten, fehlende Überlappung oder mangelnde Fixierung lassen Erde in die Drainageschicht gelangen und setzen das System zu.
Warum das Vlies über die Funktion entscheidet
Eine Drainage besteht aus mehreren Schichten: dem Erdreich, dem Vlies, dem Kies oder Schotter und gegebenenfalls einem Drainagerohr. Das Vlies hat zwei Aufgaben. Es verhindert, dass Feinteile aus dem Boden in den Kies gespült werden und dort die Hohlräume verstopfen. Gleichzeitig lässt es Wasser ungehindert passieren, sodass der Boden entwässert wird.
Ohne Vlies gelangt feiner Sand und Lehm nach und nach in die Kiesschicht. Nach einigen Jahren funktioniert die Drainage nicht mehr. Das Wasser staut sich, und im Extremfall dringt Feuchtigkeit in den Keller oder die Fundamentplatte. Ein korrekt verlegtes Vlies hält diese Partikel dauerhaft fern, solange es selbst intakt bleibt und keine Lücken aufweist.
Die richtige Vorbereitung
Messen Sie zuerst die Fläche ab, die Sie entwässern möchten, und kaufen Sie das Vlies mit etwas Zugabe ein. Die Überlappung der Bahnen benötigt zusätzliches Material, und an Kanten und Ecken entsteht Verschnitt. Übliche Rollenbreiten liegen zwischen einem und vier Metern, das Vlies lässt sich mit einer scharfen Schere oder einem Cuttermesser problemlos zuschneiden.
Wichtig ist die Wahl der richtigen Vliesstärke. Für einfache Beete und Rasenflächen genügt ein Material mit geringem Flächengewicht. Für Einfahrten, Terrassen und Drainagen am Haus sollten Sie zu schwereren Qualitäten greifen. Diese sind reißfester und überstehen die Belastung durch Tritte und aufgeschütteten Kies besser.
Der Untergrund muss vor dem Verlegen sauber und möglichst eben sein. Entfernen Sie Steine, Wurzeln und scharfkantige Gegenstände, die das Vlies von unten durchstoßen könnten. Eine kleine Mulde im Boden genügt, damit sich das Wasser später sammelt. Planen Sie ein Gefälle von ein bis zwei Prozent ein, damit das Wasser in Richtung des Ablaufs oder des Drainagerohrs fließt.
Die Verlegung Schritt für Schritt
Der Ablauf ist bei jedem Projekt ähnlich, egal ob Sie eine Drainage am Haus, um die Terrasse oder im Gartenbeet anlegen. Die Reihenfolge der Schichten ist dabei entscheidend.
Zuerst heben Sie den Boden auf die geplante Tiefe aus. Für eine Drainage um das Haus ist eine größere Tiefe erforderlich, für ein einfaches Beet mit Staunässe genügt eine geringere Tiefe. Der Boden der Baugrube sollte ein leichtes Gefälle von mindestens zwei Prozent haben, damit das Wasser in die gewünschte Richtung abfließt.
Anschließend legen Sie das Vlies in die Grube. Wichtig ist, dass die Bahnen den Boden und die Seitenwände vollständig bedecken und an den Rändern großzügig überstehen. Die einzelnen Bahnen müssen sich ausreichend überlappen. Die Überlappung verhindert, dass sich die Bahnen beim Verfüllen verschieben und Lücken entstehen. An den Stoßkanten können Sie das Vlies mit Erdankern oder schweren Steinen provisorisch fixieren.
Nun füllen Sie die Kiesschicht ein. Die Dicke hängt von der Anwendung ab. Verteilen Sie den Kies in zwei Lagen und verdichten Sie ihn zwischendurch leicht, damit sich keine Hohlräume bilden. Das Drainagerohr, falls Sie eines verwenden, legen Sie in diese Kiesschicht mit einem Gefälle von mindestens einem bis zwei Prozent in Richtung des Ablaufs.
Zum Schluss schlagen Sie das überstehende Vlies über die Kiesschicht zurück, sodass der Kies vollständig umhüllt ist. Diese Umschlagtechnik ist der Kern einer funktionierenden Drainage. Danach können Sie Mutterboden oder Humus aufbringen und die Fläche bepflanzen.
Vlies zuschneiden und verlegen
Schneiden Sie das Vlies mit einem scharfen Messer oder einer Schere zu. Bei großen Flächen lohnt sich ein Cuttermesser mit neuer Klinge, weil es saubere Kanten hinterlässt. Reißen Sie das Material nicht ab, denn das erzeugt unregelmäßige Ränder, die beim Überlappen Lücken bilden.
Die Bahnen verlegen Sie in Hangrichtung beziehungsweise in Richtung des Gefälles. Die obere Bahn muss die untere überlappen, damit abfließendes Wasser nicht unter das Vlies gelangen kann. An Böschungen verlegen Sie die Bahnen quer zum Hang und überlappen sie in Hangrichtung, sodass das Wasser über die Oberkante der nächsten Bahn läuft.
An Kanten, Mauern und Durchführungen spannen Sie das Vlies straff und befestigen es mit speziellen Vliesnägeln oder einem Klebeband. An Rohrdurchführungen schneiden Sie kreuzförmige Schlitze in das Vlies und schieben es über das Rohr. Die Schlitzränder überlappen sich anschließend, sodass keine Lücke entsteht.
Das Vlies an Hauswänden und Terrassen
An Hauswänden verlegen Sie das Vlies direkt gegen die Wand beziehungsweise gegen die Abdichtung. Das Vlies schützt dabei nicht nur die Drainageschicht, sondern auch die Wandabdichtung vor mechanischer Beschädigung durch spitze Kieskanten. Achten Sie darauf, dass das Vlies die gesamte Wandfläche bis zur Oberkante des Sickerschotters bedeckt.
Bei einer Terrassenentwässerung legen Sie das Vlies in die ausgehobene Fläche, füllen Kies und Splitt ein und ziehen das Vlies über die oberste Kiesschicht zurück, bevor Sie die Terrassenplatten auf das Bett aus Splitt setzen. Diese doppelte Lage verhindert, dass Feinsand von oben in die Drainageschicht gerät.
Typische Fehler beim Verlegen
Viele glauben, das Vlies habe eine Ober- und Unterseite. Anders als bei manchen Folien gibt es beim Drainagevlies keine vorgeschriebene Richtung, beide Seiten sind gleich. Geotextile bestehen aus verfilzten oder gewebten Kunststofffasern, die in beide Richtungen wasserdurchlässig sind. Das hat Konsequenzen für die Verlegung: Die Seite, die Sie nach oben legen, ist egal. Entscheidend ist, dass das Vlies lückenlos und ohne Falten aufliegt.
Eine weitere häufige Fehlerquelle sind zu geringe Überlappungen. Viele Heimwerker legen die Bahnen nur wenige Zentimeter übereinander. Beim Verfüllen mit Kies und beim anschließenden Verdichten können sich die Bahnen dann verschieben, und es öffnen sich Spalten. Überlappen Sie die Bahnen großzügig. Bei stark wasserführenden Böden oder wenn Sie keine Verschweißung vornehmen, erhöhen Sie die Überlappung entsprechend.
Viele fragen sich, ob die Überlappung in Fließrichtung des Wassers zeigen muss. Das Wasser tritt durch das Vlies hindurch, nicht entlang der Oberfläche. Die Stoßrichtung spielt bei Vlies also keine Rolle, anders als etwa bei Dachpappe. Entscheidend ist allein, dass die Bahnen vollständig überlappen und keine offenen Fugen entstehen.
Beachten Sie außerdem, dass die Bodenseite sauber ist. Wurzeln, Steine oder scharfkantige Gegenstände unter dem Vlies können das Material durchstoßen. Eine Schicht feiner Sand auf dem Planum schützt das Vlies vor mechanischer Beschädigung und verbessert zugleich die Wasserdurchlässigkeit am Übergang.
Wann Sie auf schweres Vlies zurückgreifen sollten
Das Flächengewicht bestimmt die Robustheit des Vlieses. Für einfache Beete und Pflanzflächen reichen leichte Qualitäten. Diese halten feine Bodenpartikel zurück und sind ausreichend reißfest für Handverlegung.
Für Bereiche mit hoher Belastung, etwa unter Terrassen, Einfahrten oder stark frequentierten Gartenwegen, verwenden Sie Vliese mit höherem Flächengewicht. Diese sind reißfester und überstehen das Überfahren mit Schubkarren oder das Verdichten des Kieses mit einer Rüttelplatte unbeschadet. Unter Pflasterflächen empfehlen Fachbetriebe eine schwere Qualität, da hier der Druck punktuell sehr hoch ist.
Achten Sie beim Kauf auf die technischen Angaben des Herstellers. Entscheidend sind neben dem Flächengewicht die Wasserdurchlässigkeit, gemessen als Durchlässigkeitsbeiwert k, und die Reißfestigkeit. Ein Vlies mit hoher Wasserdurchlässigkeit leitet auch Starkregen zuverlässig ab.
Vlies und Drainagerohr: So arbeiten sie zusammen
Wenn Sie eine Drainage ums Haus oder unter der Bodenplatte legen, kommt zusätzlich ein Drainagerohr zum Einsatz. Das Rohr liegt in einer Kiesschicht unter dem Vlies und hat in regelmäßigen Abständen Schlitze oder Löcher, durch die das Wasser eintritt.
Das Vlies wird in diesem Fall über das Rohr gelegt, bevor die nächste Kiesschicht aufgebracht wird. So verhindern Sie, dass Bodenteile in die Perforationen des Rohrs gelangen und es mit der Zeit verschlammen. Rohre mit werkseitig angebrachtem Vliesmantel sind im Handel erhältlich und ersparen Ihnen das separate Einhüllen. Diese Variante ist sinnvoll, wenn Sie eine einzelne Leitung verlegen und kein großflächiges Vlies benötigen.
Die Drainage dauerhaft intakt halten
Die Lebensdauer einer Drainage hängt davon ab, ob das Vlies über die Jahre hinweg dicht bleibt. Wurzeln von Bäumen und Sträuchern können in die Drainageschicht einwachsen, das Vlies durchstoßen und das Rohr verstopfen. Halten Sie daher einen Abstand von mindestens einem Meter zwischen Drainage und Gehölzen ein. Bei Nachpflanzungen prüfen Sie, ob die Wurzeln in die Drainagezone wachsen können.
Auch beim Vertikutieren oder Umgraben des Rasens müssen Sie aufpassen. Liegt das Vlies dicht unter der Oberfläche, etwa bei einer Drainage unter einer dünnen Humusschicht, kann ein Spatenstich es durchtrennen. Arbeiten Sie in solchen Bereichen vorsichtig oder legen Sie das Vlies tiefer, wo es vor mechanischen Eingriffen geschützt ist.
Sollte an einer Stelle trotzdem Wasser austreten oder die Drainage nach einigen Jahren nicht mehr arbeiten, müssen Sie die betroffene Stelle freilegen. Prüfen Sie das Vlies auf Risse oder Fehlstellen. Kleine Schäden lassen sich mit einem Flicken aus demselben Vlies reparieren, den Sie großzügig überlappend auflegen. Große Schäden oder eine zugesetzte Kiesschicht erfordern den Austausch des betroffenen Abschnitts.
Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden
Der häufigste Fehler ist das Verlegen ohne ausreichende Überlappung. Schon ein Spalt zwischen zwei Bahnen lässt Feinteile passieren, und die Drainage verstopft an dieser Stelle zuerst. Überlappen Sie die Bahnen großzügig. Bei Hanglagen legen Sie die obere Bahn über die untere, damit das Wasser nicht zwischen die Bahnen läuft.
Ein weiterer Fehler ist das Fehlen einer Abdeckung. Wenn Sie nach dem Verlegen den Kies direkt auf das Vlies schütten, kann scharfkantiger Schotter das Material punktuell durchstoßen. Verteilen Sie zuerst eine dünne Schicht feineren Kieses oder Sand auf dem Vlies, bevor Sie größeres Material auftragen.
Verzichten Sie auf Gartenvlies als Drainagevlies. Die dünnen, oft schwarzen Vliese für Beete sind nicht für die Entwässerung ausgelegt. Sie reißen beim Verlegen leicht und halten nach einigen Jahren nicht mehr dicht. Für eine funktionierende Drainage gehört ein Geotextil, das speziell für den Tiefbau und die Entwässerung hergestellt wurde.
Auch das Verlegen in mehreren Lagen hilft nicht weiter. Zwei übereinanderliegende dünne Vliese erreichen nicht die Festigkeit eines schweren Geotextils, und die Zwischenschicht kann verrutschen. Investieren Sie stattdessen in ein einmaliges, robustes Material.
Wann Sie die Drainage mit Folienschutz kombinieren
An Gebäuden und unter Terrassen tritt neben dem Vlies häufig auch eine Noppenbahn oder eine Abdichtungsfolie auf. Diese Produkte haben unterschiedliche Aufgaben. Die Noppenbahn schützt die Bauwerksabdichtung vor mechanischer Beschädigung durch Kies und Wurzeln. Das Vlies darüber filtert das Wasser und hält Feinteile fern.
In der Praxis arbeiten beide Materialien zusammen: Auf die Abdichtung des Kellers kommt die Noppenbahn, darüber das Vlies. Das Wasser fließt durch das Vlies in die Noppenbahn und wird dort kontrolliert zur Drainageleitung geführt. Verlegen Sie das Vlies also immer zwischen Kiesschicht und Noppenbahn, nicht zwischen Noppenbahn und Bauwerk.
Ohne Vlies setzen sich feine Bodenpartikel zwischen den Noppen fest. Die Noppen verlieren ihre Drainagefunktion, das Wasser staut sich an der Abdichtung und sucht sich einen Weg durch die Bausubstanz. Das Vlies schützt hier nicht nur die Drainage, sondern auch die Abdichtung selbst.
Kosten von Drainagevlies
Geotextilien sind vergleichsweise günstig. Leichte Qualitäten kosten wenig, mittlere etwas mehr. Schwere Qualitäten für Einfahrten und Terrassen sind entsprechend teurer.
Setzen Sie die Kosten ins Verhältnis zu den Folgeschäden einer verstopften Drainage. Das Nachrüsten einer Drainage bedeutet aufwendige Erdarbeiten an bereits fertiggestellten Flächen. Ein einmalig korrekt verlegtes Vlies amortisiert sich allein dadurch, dass der Kies über Jahrzehnte durchlässig bleibt.
Konkrete Arbeitsschritte für die Verlegung
Beginnen Sie mit dem Abstecken der Drainagefläche und dem Ausheben bis zur geplanten Tiefe. Glätten Sie das Planum und befreien Sie es von spitzen Steinen und Wurzeln. Bringen Sie eine Sandschicht von etwa zwei bis fünf Zentimetern auf und drücken Sie sie leicht an.
Rollen Sie das Vlies nun in eine Richtung aus. Legen Sie die nächste Bahn seitlich überlappend an. Die Überlappung sollte ausreichend sein, bei starkem Gefälle oder grobem Untergrund eher größer.
Ziehen Sie nach dem Einbringen der Kiesschicht das Vlies an den Rändern hoch und schlagen Sie es über dem Kies um. Der Umschlag sollte die komplette Kiesoberfläche bedecken, sodass kein direkter Kontakt zwischen Erdreich und Drainagekies entsteht.
Beim Verfüllen mit Mutterboden arbeiten Sie von außen nach innen, damit das Vlies nicht verrutscht. Treten Sie das Material nur leicht fest. Schwere Maschinen sollten die Drainagefläche nicht überfahren, solange das Vlies noch nicht vollständig mit Boden bedeckt ist.
Vor dem endgültigen Anbringen der Oberfläche prüfen Sie die Drainage auf Funktion. Gießen Sie Wasser an einer Stelle auf, die zur Drainage hin entwässert. Beobachten Sie, ob das Wasser zügig versickert und nicht an der Oberfläche stehen bleibt.







