Prüfen Sie, welche Pflanzen im Strauß stecken oder im Topf wachsen, bevor Sie Blumen verschenken oder verschicken. Auch beim Kauf sollten Sie darauf achten. Hunde sollten keine Teile von Tulpen, Narzissen oder Maiglöckchen erreichen können. Auch manche Zimmerpflanzen sind giftig.
Wie gefährlich eine Pflanze ist, hängt von ihrer Art und dem aufgenommenen Pflanzenteil ab. „Giftig“ heißt nicht, dass jede Berührung gefährlich ist. Achten Sie auf Vergiftungszeichen und wissen Sie, was im Notfall zu tun ist.
Schnittblumen im Strauß
Bei Tulpen und Narzissen ist die Zwiebel besonders giftig. Auch Blätter und Blüten sollten Hunde nicht fressen. Bei Narzissen gilt zudem das Vasenwasser als giftig. Stellen Sie einen Strauß deshalb so auf, dass Ihr Hund weder die Blumen noch die Vase erreicht. Wischen Sie verschüttetes Wasser auf und halten Sie den Hund davon fern.
Hyazinthen gelten als schwach giftig; besonders gefährlich ist die Zwiebel, die bei Topfhyazinthen in der Erde steckt. Bei Schnittblumen sollten Hunde trotzdem nicht an Blättern oder Blüten kauen. Entfernen Sie abgefallene Pflanzenteile, statt sie auf dem Boden liegen zu lassen.
Maiglöckchen gelten als stark giftig. Alle Pflanzenteile sind giftig, besonders die Blüten. Für einen Haushalt mit Hund lassen Sie sie am besten aus dem Strauß weg. Maiglöckchen gehören nicht zu den Lilien, die als Schnittblumen verkauft werden. Echte Lilien verursachen vor allem bei Katzen schwere Nierenschäden. Diese Wirkung gilt nicht pauschal auch für Hunde. Wenn der Hund etwas davon gefressen hat, kommt es auf die genaue Pflanzenart an. Lassen Sie die Pflanze deshalb von einer Tierarztpraxis bestimmen.
Fragen Sie beim Kauf nach den genauen Pflanzennamen, besonders bei gemischten Sträußen mit Bezeichnungen wie „Frühlingsblumen“ oder „Lilien“. Wenn Sie Blumen an einen Haushalt mit Hund schicken, teilen Sie die enthaltenen Arten mit. Bei unbekannter Zusammensetzung sollte der Strauß außerhalb der Reichweite des Hundes stehen.
Zimmerpflanzen im Haushalt
Zu den Zimmerpflanzen, bei denen Hunde nicht knabbern sollten, zählen unter anderem Azalee, Ficus, Philodendron, Weihnachtsstern und Amaryllis. Bei Amaryllis ist die ganze Pflanze giftig, besonders die Zwiebel. Umgangssprachliche Pflanzennamen werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Wenn Sie die Art nicht sicher kennen, bewahren Sie Topf und Pflanze vorsichtshalber außerhalb der Reichweite auf.
Besondere Vorsicht gilt bei Dieffenbachie und Oleander. Dieffenbachien-Saft reizt Maul und Rachen stark und kann Speicheln, Schluckbeschwerden und Schwellungen auslösen. Oleander kann den Herzschlag und den Herzrhythmus beeinträchtigen. Auch Tulpen, Narzissen, Krokusse und Hyazinthen sind als Topfpflanzen relevant, vor allem wenn Hunde an die Zwiebeln gelangen.
Pflanzenlisten können sich bei Sammelnamen unterscheiden. Bei Chrysanthemen etwa hängt die Einschätzung von der konkreten Art ab. Behandeln Sie deshalb eine Pflanze nicht allein aufgrund ihres Verkaufsnamens als sicher. Fragen Sie im Zweifel nach dem botanischen Namen und lassen Sie den Hund nicht daran knabbern.
Symptome einer Pflanzenvergiftung
Zu den häufigen Warnzeichen gehören Erbrechen und Durchfall. Auch starkes Speicheln und Abgeschlagenheit kommen vor. Je nach Pflanze treten weitere Beschwerden auf, etwa Zittern oder Taumeln, Krämpfe, Kreislaufprobleme und Atembeschwerden. Dieffenbachien führen vor allem zu Reizungen und Schwellungen im Maul- und Rachenraum; Maiglöckchen und Oleander können den Herzrhythmus beeinträchtigen.
Die Beschwerden hängen von der Pflanze, dem aufgenommenen Pflanzenteil und der Menge ab. Sie können verzögert auftreten. Warten Sie deshalb nicht auf Symptome, wenn Sie vermuten, dass Ihr Hund eine giftige Pflanze gefressen hat. Auch eine kleine Menge schließt eine Vergiftung nicht aus.
Was tun bei Verdacht auf Vergiftung?
- Bringen Sie den Hund von der Pflanze weg und verhindern Sie, dass er weitere Teile oder Vasenwasser aufnimmt.
- Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, auch wenn der Hund noch unauffällig wirkt. Bei Atemnot, Krämpfen, Bewusstseinsstörungen oder deutlicher Schwäche fahren Sie unverzüglich in eine Tierklinik.
- Fotografieren Sie die Pflanze oder nehmen Sie ein Stück davon samt Verpackung mit. Notieren Sie, wann und ungefähr wie viel der Hund aufgenommen hat und welche Pflanzenteile betroffen sind.
- Lösen Sie kein Erbrechen aus und geben Sie keine Milch, kein Öl und keine anderen Hausmittel, außer eine Tierärztin oder ein Tierarzt weist Sie ausdrücklich dazu an.
In Deutschland gibt es keine Giftnotrufzentralen, die ausschließlich auf Tiere spezialisiert sind. Bei einem konkreten Vorfall ist die Tierarztpraxis oder der tierärztliche Notdienst die erste Anlaufstelle. Humanmedizinische Giftinformationszentren können in manchen Fällen zusätzlich Auskunft geben.
Kernaussagen
- Prüfen Sie die Pflanzenarten vor dem Kauf: Tulpen, Narzissen und Maiglöckchen gehören nicht in Reichweite eines Hundes.
- Sichern Sie Strauß und Vase: Bei Narzissen ist auch das Vasenwasser giftig; entfernen Sie heruntergefallene Pflanzenteile.
- Achten Sie auf Warnzeichen: Erbrechen, Durchfall und starkes Speicheln sind häufig, doch Beschwerden können auch verzögert auftreten.
- Rufen Sie bei Verdacht sofort die Tierarztpraxis an: Warten Sie mit dem Anruf nicht auf Symptome und lösen Sie kein Erbrechen aus.


