Probleme mit Kletterpflanzen an der Wand lösen
Kletterpflanzen an der Hauswand bereiten oft Ärger: Triebe rutschen ab, Ranken reißen, Drähte schneiden ins Holz, und manche Fassade bekommt Flecken oder Risse. Die meisten Probleme kommen von einer unpassenden oder schlecht montierten Befestigung, nicht von der Pflanze.
Wer die Kletterhilfe – Draht, Spalier oder Gitter – passend zur Pflanzenart wählt, sie richtig anbringt und jährlich kontrolliert, hält die Wand unbeschädigt und die Pflanze gesund.
Kletterhilfe nach Pflanzenart wählen
Ein erster Fehler passiert schon vor der Montage: Wenn Sie eine Kletterpflanze an die Wand setzen, ohne zu wissen, wie sie klettert, wählen Sie die falsche Hilfe. Selbstklimmer wie Efeu oder Kletterhortensie halten mit ihren Haftwurzeln direkt am Mauerwerk fest und brauchen keine Rankhilfe. Alle anderen Pflanzen, etwa Rosen, Clematis oder Weinreben, müssen ihre Triebe um etwas herumwickeln oder brauchen eine Fläche zum Anlehnen. Ohne Draht, Spalier oder Gitter fallen sie um oder wachsen in die Breite, statt an der Wand nach oben zu klettern.
Wie Sie die Drähte anordnen, hängt von der Klettertechnik ab. Schlinger wie Geißblatt oder Waldrebe wickeln sich um senkrechte Drähte und Stäbe. Rankpflanzen mit Ranken, zum Beispiel Wein, halten sich an waagerechten Drähten fest. Kletterrosen haben keine Ranken, ihre langen Triebe müssen Sie selbst anbinden. Ein Raster aus waagerechten und senkrechten Drähten gibt den meisten Pflanzen Halt in beide Richtungen und ist auch praktisch, wenn Sie später eine andere Art an dieselbe Wand setzen.
Setzen Sie außerdem Pflanzen, die zu Licht, Boden und Klima am Standort passen. Eine Pflanze, die am falschen Platz steht, wächst schlecht, wird anfällig für Krankheiten und bereitet mehr Arbeit als eine gut gewählte.
Draht richtig spannen und befestigen
Für die Befestigung im Freien nehmen Sie rostfreien oder verzinkten Stahldraht. Bei leichten Kletterpflanzen reicht ein Durchmesser von 1,5 bis 2,5 Millimetern, bei schweren Rosen oder Weinreben sollten es 2,5 bis 3 Millimeter sein. Dünner Draht trägt die Pflanze bei voller Blüte nicht, er biegt sich durch oder reißt. Der Draht hält die Triebe an der Wand, verteilt das Gewicht gleichmäßig und verhindert, dass Äste unter der Last der Blüten oder bei Wind abbrechen.
Befestigen Sie die Drähte mit Ösenankern, Klemmen oder Schrauben in stabilen Wandteilen und prüfen Sie vorher, ob der Untergrund trägt: In altem, bröseligem Putz hält keine Schraube. Bessern Sie den Putz aus oder verankern Sie die Halterung tiefer in der Mauer. Scharfe Drahtenden und -kanten schneiden bei Bewegung in die Triebe. Schützen Sie sie mit einem Rohrstück oder einer Schicht aus Glasfaser, bevor die Pflanze den Draht überwächst.
Zum Anbinden der Triebe nehmen Sie weiches Material wie Bast oder spezielle Pflanzenbinder. Binden Sie locker, damit die Triebe etwas Spiel haben und im Wind nicht scheuern.
Fehler beim Spannen und Anbinden
Zu starke Spannung schädigt die Triebe. Ein straff gespannter Draht hält die Pflanze zwar gut, aber wenn er zu stramm sitzt, drückt er junge Triebe ab und schneidet mit der Zeit in das Holz. Spannen Sie den Draht deshalb schrittweise und kontrollieren Sie dabei, ob die Triebe noch Platz haben. Die Spannung soll die Triebe halten, ohne sie einzuklemmen.
Ein zu lockerer Draht ist genauso problematisch. Er gibt der Pflanze keinen Halt, die Triebe rutschen ab und hängen in Büscheln nach unten. Besonders bei schweren Rosen zeigt sich das im Sommer, wenn die Blüten den Draht nach unten ziehen. Ziehen Sie den Draht nach, sobald er durchhängt, und prüfen Sie auch die Halterungen an der Wand.
Ein dritter Fehler betrifft das Anbinden. Wenn Sie Triebe mit hartem Draht oder Kunststoffbindern fixieren, verletzen Sie die Rinde. Die Wunde ist eine Eintrittspforte für Pilze, und der Trieb kann oberhalb der Bindestelle absterben. Weiches Bindematerial und ein lockerer Sitz verhindern das. Auch scharfe Kanten an der Rankhilfe schädigen die Pflanze, wenn sie im Wind dagegenschlägt. Sichern Sie freie Drahtenden deshalb, bevor die Pflanze groß wird.
Die jährliche Kontrolle
Einmal im Jahr, am besten im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb, prüfen Sie die gesamte Rankhilfe. Junge Triebe sind dünner als ausgewachsene, und der Draht, der im ersten Jahr gut saß, wird locker, sobald die Pflanze wächst. Ziehen Sie Schrauben und Ösen nach, spannen Sie durchhängende Drähte und ersetzen Sie Bindematerial, das eingeschnitten hat oder verrottet ist.
Die Kontrolle umfasst vier Punkte:
- Spannung der Drähte prüfen und nachziehen
- Halterungen und Schrauben auf festen Sitz kontrollieren
- Bindematerial auf Einschnitte und Verrottung untersuchen
- Abgerutschte oder abgebrochene Triebe wieder anbinden
Ist eine Pflanze bereits abgerutscht, schneiden Sie die beschädigten Triebe ab und binden Sie die gesunden neu an. Diese Kontrolle dauert nicht lange und verhindert die meisten Schäden, die erst nach Jahren sichtbar werden.
Wann die Fassade Schaden nimmt
Viele Hausbesitzer fürchten, dass Kletterpflanzen das Mauerwerk beschädigen oder dass sich unter dem dichten Laub Schimmel bildet. Bei einer intakten Fassade und einer passenden Pflanzenwahl verursacht die Begrünung keinen Schaden. Solange der Putz dicht ist und keine Risse hat, bleibt die Wand unversehrt. Auch Schimmel bildet sich bei intakter Fassade in der Regel nicht.
Anders sieht es aus, wenn die Fassade bereits beschädigt ist: Dann können Haftwurzeln in Risse und Fugen eindringen und die Schäden vergrößern. Auch eine schwere Pflanze an einer Wand mit losem Putz ist riskant, weil die Halterung ausbrechen kann. Prüfen Sie die Fassade deshalb vor der Pflanzung. Ist der Putz rissig oder feucht, reparieren Sie zuerst die Wand und pflanzen Sie danach. Wenn Sie die Wand nicht anbohren möchten, ziehen Sie die Pflanze an einem freistehenden Spalier mit etwas Abstand zur Fassade.







