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Rankgitter aus Holz, Metall oder Kunststoff im Vergleich

Wer Kletterpflanzen an Hauswand oder Zaun hochzieht, braucht ein Rankgitter, das zur Pflanze und zum Untergrund passt. Holz, Metall und Kunststoff unterscheiden sich in Haltbarkeit, Gewicht, Optik und Pflegeaufwand. Bei der Montage an der Wand kommt es auf das Gewicht des Gitters, die Befestigungsmöglichkeiten und den Abstand zur Wand an. Die Triebe brauchen Luft, und die Fassade muss trocken bleiben.

Was Ihre Pflanze vom Rankgitter erwartet

Nicht jede Kletterpflanze kommt mit demselben Gitter zurecht. Kletterrosen wie Rosa wichuraiana werden sehr hoch. Sie brauchen ein stabiles Rankgitter oder eine Rankhilfe mit großen Maschen, an denen sie ihre langen Triebe festbinden können. Stark rankende Pflanzen wie Clematis oder Passionsblume halten sich mit Blattstielen fest. Sie bevorzugen feinere Gitter oder senkrechte Stäbe, an denen sie Halt finden. Beerenobst wie Himbeeren und Brombeeren wächst an einem Drahtsystem zwischen zwei Pfosten am besten, weil die langen Ruten dort waagerecht geführt werden können.

Bevor Sie ein Material auswählen, sollten Sie wissen, wie Ihre Pflanze klettert. Selbstklimmer wie Efeu oder Wilder Wein brauchen gar kein Gitter, sie haften direkt an der Wand. Für alle anderen Pflanzen gilt: Das Gitter muss zur Wuchsform passen, sonst wächst die Pflanze unkontrolliert oder bricht ab.

Holz: Natürliche Optik mit Pflegebedarf

Holzrankgitter sehen an Fachwerkhäusern und im naturnahen Garten am stimmigsten aus. Sie sind stabil, lassen sich gut in der Größe anpassen und bieten Rankpflanzen eine raue Oberfläche, an der sie sich gut festhalten. Allerdings ist Holz ein Naturmaterial, das Feuchtigkeit aufnimmt. Ohne Schutzanstrich verrottet es nach einigen Jahren, besonders dort, wo es direkt an der Wand hängt und Regenwasser nicht abtrocknen kann.

Für die Wandmontage sollten Sie druckimprägniertes oder zumindest grundiertes Holz verwenden und das Gitter mit einem Abstand von mindestens fünf bis zehn Zentimetern zur Wand befestigen. Dazu eignen sich Abstandshalter oder eine Unterkonstruktion aus Holzlatten. So kann die Pflanze hinter dem Gitter hindurchwachsen und die Wand bleibt trocken. Dafür müssen Sie den Anstrich alle paar Jahre erneuern, sonst verliert das Gitter an Stabilität und Optik.

Metall: Stabil und langlebig, aber schwer

Metallrankgitter aus Stahl oder Aluminium halten deutlich länger als Holz und tragen auch schwere Pflanzen wie Kletterrosen zuverlässig. Es gibt sie von einfachen Gitterfeldern bis zu dekorativen Bögen. Verzinkter Stahl rostet nicht so schnell, pulverbeschichtete Varianten gibt es in vielen Farben. Aluminium ist leichter als Stahl und rostet gar nicht, ist aber teurer.

Für die Wandbefestigung ist das Gewicht der wichtigste Punkt. Ein großes Stahlgitter kann mehrere Kilogramm wiegen und braucht stabile Dübel, die zur Wandbeschaffenheit passen. In einer Wärmedämmfassade müssen Sie längere Dübel verwenden, die die Dämmung überbrücken, sonst hält das Gitter nicht. Metallgitter sollten Sie ebenfalls mit Abstand zur Wand montieren, damit die Pflanze dahinter Platz hat und die Wand belüftet wird. In der prallen Sonne wird Metall allerdings heiß und kann die Pflanze an den Berührungspunkten verbrennen, wenn die Triebe direkt aufliegen.

Kunststoff: Leicht und pflegeleicht, aber weniger stabil

Kunststoffrankgitter sind die leichteste Variante und lassen sich ohne großen Kraftaufwand an der Wand befestigen. Sie rosten und verrotten nicht und brauchen keinen Anstrich. Für kleine Kletterpflanzen an Balkon oder Terrasse sind sie völlig ausreichend. Auch für die Montage an einer Hauswand sind sie unkompliziert, weil das geringe Gewicht nur kleine Dübel erfordert.

Die Grenzen zeigen sich bei schweren und starkwüchsigen Pflanzen. Ein dünnes Kunststoffgitter verbiegt sich unter dem Gewicht einer ausgewachsenen Kletterrose oder einer dichten Clematis. Mit der Zeit kann es spröde werden, besonders wenn es über Jahre der UV-Strahlung ausgesetzt ist. Hochwertige Kunststoffgitter sind UV-stabilisiert und halten länger, aber sie erreichen nicht die Tragfähigkeit von Metall. Für die Wandmontage sollten Sie auch hier auf einen Abstand zur Wand achten. Auch wenn das Gitter selbst keine Feuchtigkeit speichert, braucht die Pflanze Luft zum Zirkulieren.

Rankgitter an der Wand befestigen

Unabhängig vom Material gilt für die Wandmontage ein Grundprinzip: Das Rankgitter muss mit Abstand zur Wand montiert werden, nicht direkt auf der Fassade. Der Abstand von fünf bis zehn Zentimetern sorgt dafür, dass die Triebe hinter dem Gitter durchwachsen können und die Wand trocken bleibt. Bei Holz- und Metallgittern ist eine Unterkonstruktion aus Latten oder Abstandshaltern sinnvoll, bei leichten Kunststoffgittern genügen oft Distanzhülsen.

Welche Dübel Sie brauchen, hängt vom Wandmaterial ab. In massivem Mauerwerk oder Beton halten handelsübliche Dübel, in porösem Ziegel oder Porenbeton brauchen Sie spezielle Dübel, die sich im Material verkrallen. Bei einer Wärmedämmfassade müssen die Dübel lang genug sein, um die Dämmung zu überbrücken und im darunterliegenden Mauerwerk Halt zu finden. Prüfen Sie vor dem Bohren, ob in der Wand Leitungen oder Rohre verlaufen, und verwenden Sie ein Leitungssuchgerät, wenn Sie unsicher sind.


Anja Koehler

Ich bin Anja Koehler, Blumenliebhaberin auf Lebenszeit und Hobbygärtnerin. Ich liebe Blumen, weil sie mir helfen zu sehen, dass Schönheit in vielen Formen und Größen vorkommt. Es gibt keine universelle Definition von Schönheit.