Welche Schädlinge befallen Anthurien und was hilft ohne Chemie?
In letzter Zeit entdecke ich kleine Tierchen und klebrige Stellen auf den Blättern meiner Anthurie, sie sieht auch nicht mehr so kräftig aus. Was kann ich gegen die Schädlinge tun, ohne chemische Mittel einzusetzen, damit die Pflanze sich wieder erholt und ich sie möglichst schonend behandeln kann?
Klebrige Blätter, helle Sprenkel oder watteartige Flecken sind oft Zeichen für Schädlinge, die Pflanzensaft saugen. Dazu gehören Spinnmilben, Thripse, Wollläuse, Schildläuse, Blattläuse und Weiße Fliegen. Wenn Sie den Befall früh erkennen, die Anthurie abspülen und regelmäßig kontrollieren, brauchen Sie meist keine Insektizide, also Mittel gegen Insekten.
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Sofortmaßnahmen gegen Anthurienschädlinge
Stellen Sie die befallene Anthurie sofort getrennt von anderen Pflanzen auf, prüfen Sie auch deren Blätter und spülen Sie die Anthurie gründlich mit Wasser ab, besonders die Blattunterseiten. Sichtbare Schädlinge entfernen Sie von Hand. Schneiden Sie stark befallene Blätter oder Triebe ab und kontrollieren Sie die Pflanze regelmäßig, denn einzelne Tiere und versteckte Eier bleiben leicht zurück. Bei starkem oder wiederkehrendem Befall helfen manchmal Nützlinge, also lebende Tiere, die Pflanzenschädlinge bekämpfen.
Schädlinge an Anthurien erkennen
Kontrollieren Sie die Blattober- und -unterseiten. Sehen Sie auch in den Blüten und Blattachseln sowie an jungen Trieben nach. Ein einzelner Fleck beweist noch keinen Schädlingsbefall. Auch Pflegefehler können die Blätter verändern. Bei winzigen Tieren hilft ein Vergrößerungsglas. Sie können ein Blatt vorsichtig über weißem Papier abklopfen, damit bewegliche Schädlinge leichter auffallen.
Spinnmilben sitzen meist auf den Blattunterseiten. Feine helle Sprenkel und bei stärkerem Befall dünne Gespinste sind typische Anzeichen. Thripse hinterlassen silbrige Stellen oder Streifen; kleine dunkle Kotpunkte können ebenfalls auf sie hindeuten. Sie verstecken sich auch in den Blüten.
Wollläuse sehen aus wie weiße, watteartige Beläge und sitzen gern an Blattansätzen oder in engen Blattachseln. Schildläuse wirken eher wie kleine fest sitzende Höcker an Blattadern und Stängeln. Blattläuse sammeln sich oft an jungen Trieben; Weiße Fliegen sitzen meist an den Blattunterseiten und fliegen auf, wenn Sie die Pflanze bewegen. Klebrige Blätter können mit Honigtau bedeckt sein. Manche dieser Schädlinge scheiden diesen zuckerhaltigen Saft aus.
Befall ohne Insektizide behandeln
Stellen Sie die Anthurie zunächst abseits anderer Pflanzen auf. Spülen Sie sie vorsichtig, aber gründlich ab. Bei einer kleinen Pflanze geht das über dem Waschbecken, bei einer größeren unter der Dusche. Wischen Sie erreichbare Blätter mit einem feuchten Tuch ab und wechseln Sie das Tuch regelmäßig, damit Sie Schädlinge nicht weiterverteilen.
Sammeln Sie sichtbare Wollläuse mit den Fingern oder einer Pinzette ab. Kleine Schildlausansammlungen können Sie vorsichtig mit der Hand entfernen. Bei einem einzelnen stark befallenen Blatt oder Trieb ist ein Rückschnitt sinnvoll. Entsorgen Sie befallene Pflanzenteile getrennt vom übrigen Pflanzenmaterial.
Prüfen Sie die Anthurie danach regelmäßig erneut. Achten Sie besonders auf Blattunterseiten, Blüten und frischen Austrieb. Wiederholen Sie das Abspülen und Abwischen, wenn Sie erneut Schädlinge entdecken. Gelbe Klebefallen zeigen, ob fliegende Insekten vorhanden sind. Nutzen Sie sie zusätzlich zur Blattkontrolle und Behandlung.
Wann Nützlinge helfen
Nützlinge fressen Pflanzenschädlinge oder nutzen sie als Wirt für ihre Entwicklung. Gegen Spinnmilben kommen Raubmilben infrage, gegen Thripse bestimmte Raubmilben und Florfliegenlarven. Für manche Wollläuse gibt es räuberische Marienkäferlarven oder Schlupfwespen.
Ob ein Nützling in der Wohnung wirkt, hängt vom Schädling und den Bedingungen ab. Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob der Nützling zum erkannten Schädling und zur Temperatur in Ihrem Raum passt. Befolgen Sie auch die Anleitung des Anbieters. Bei einem stark geschädigten Exemplar kann es praktischer sein, die Anthurie zu entsorgen, statt andere Pflanzen dauerhaft einem Befall auszusetzen.
Hausmittel sind nicht immer sanft
Wenn Sie mit „ohne Chemie“ meinen, dass Sie keine Insektizide oder Sprays verwenden möchten, sind Abspülen, Abwischen, Absammeln, Rückschnitt und passende Nützlinge die naheliegenden Methoden. Selbst gemischte Spülmittel- oder Seifenlösungen sind keine verlässliche Standardlösung: Sie können die Pflanze schädigen. Auch „natürliche“ oder biologische Mittel enthalten Wirkstoffe und sind nicht automatisch risikofrei.
Häufige Fragen
Hilft es, die Anthurie regelmäßig zu besprühen?
Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit vorübergehend, beseitigt einen bestehenden Befall aber nicht zuverlässig. Spülen Sie die Blätter ab und kontrollieren Sie sie weiter.
Wie lange sollte eine neue Anthurie getrennt stehen?
Beobachten Sie neue Zimmerpflanzen ein bis zwei Wochen getrennt von anderen Pflanzen. Diese Zeit schließt versteckte Schädlinge nicht sicher aus, gibt Ihnen aber Gelegenheit, einen Befall früh zu entdecken.
Muss ich bei jedem Fleck von Schädlingen ausgehen?
Nein. Prüfen Sie die Pflanze sorgfältig, bevor Sie sie behandeln. Suchen Sie nach Tieren, Gespinsten, watteartigen Belägen, fest sitzenden Höckern oder Honigtau an mehreren Stellen der Pflanze.
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