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Ratgeber

Saisonkalender für Schnittblumen

Aktualisiert am 15. Oktober 2026 · 5 Minuten Lesezeit

Ob Sie Blumen verschenken, verschicken oder selbst kaufen: Der Saisonkalender hilft Ihnen bei der Auswahl. Von Mai bis September ist die Auswahl an Schnittblumen aus deutschem Freiland besonders groß. Im Winter stammt die Ware im Handel überwiegend aus Gewächshäusern, Folientunneln oder dem Ausland. „Saisonal“ heißt hier: Die Blume ist zu ihrer üblichen Blüte- und Erntezeit im Freiland erhältlich.

Die Monatsübersicht nennt typische Blumen aus Deutschland und einige europäische Saisonbeispiele. Das Angebot eines Ladens hängt auch vom Wetter, dem Anbauort und dem Handelsweg ab. Fragen Sie beim Kauf nach dem Herkunftsland und danach, ob die Blumen im Freiland oder Gewächshaus gewachsen sind.

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Schnittblumen nach Monaten

Die Angaben zum Anbau im deutschen Freiland dienen als Orientierung. Besonders im Frühjahr und Herbst verschiebt das Wetter den Beginn oder das Ende der Blütezeit. Europäische Beispiele ergänzen die Übersicht, bilden aber nicht für jedes Land und jede Blumenart eine vollständige Erntestatistik ab.

Monat Typische Blumen aus deutschem Freiland Europa und Handel
Januar Regelmäßige Freilandware ist kaum zu erwarten. Schneeglöckchen blühen in Großbritannien, Mimosen in Spanien. Tulpen und Amaryllis im Handel stammen häufig aus geschütztem Anbau oder aus dem Ausland.
Februar Iris, Krokusse und Tulpen können als frühe Freilandblumen auftreten. Tulpen prägen das europäische Frühjahrsangebot. Narzissen aus dem Laden können aus dem Gewächshaus oder aus Importen kommen.
März Anemonen, Iris, Krokusse, Primeln und Tulpen. Tulpen, Narzissen und Freesien gehören zu den typischen Frühlingsblumen im europäischen Angebot.
April Anemonen, Hyazinthen, Krokusse, Primeln, Schwertlilien, Tulpen und Veilchen. Niederländische Tulpen sind eine bekannte Saisonware. Pfingstrosen aus Frankreich und Großbritannien beginnen gegen Monatsende.
Mai Akelei, Kornblumen, Margeriten, Pfingstrosen, Skabiosen und Tulpen. Pfingstrosen aus Frankreich und Großbritannien haben im späten Frühjahr Saison. Fragen Sie jetzt gezielt nach Blumen aus deutschem Freiland.
Juni Bartnelken, Dahlien, Glockenblumen, Lilien, Mohn, Phlox, Pfingstrosen, Rosen, Rittersporn und Wicken. Die europäische Freilandsaison bietet eine große Auswahl. Auch Sonnenblumen und Gladiolen sind typische Sommerblumen.
Juli Dahlien, Gladiolen, Kornblumen, Ringelblumen, Sonnenblumen, Wicken und Zinnien. In vielen Regionen Europas blühen Freilandblumen. Die Herkunft einer Blume im Geschäft lässt sich daraus allein nicht ableiten.
August Astern, Dahlien, Gladiolen, Lilien, Rosen, Sonnenblumen und Zinnien. Dahlien und Sonnenblumen stehen für das Sommer- und Spätsommerangebot.
September Astern, Dahlien, Gladiolen, Ringelblumen, Skabiosen, Sonnenblumen und Zinnien. Deutsche Freilandblumen sind weiterhin vielfältig; in nördlicheren Regionen klingt die Saison allmählich aus.
Oktober Astern, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Sonnenblumen und Zinnien können noch blühen. Die Freiland-Auswahl wird kleiner. Chrysanthemen und Rosen ergänzen das Herbstangebot, teils aus Gewächshäusern.
November Astern, Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Sonnenblumen und Zinnien sind regional und wetterabhängig noch möglich. Gewächshaus- und Importware gewinnt an Bedeutung. Chrysanthemen, Rosen und Amaryllis sind typische Handelsblumen.
Dezember Eine breite, verlässliche Freiland-Saison gibt es kaum. Amaryllis und Tulpen sind erhältlich. Ihre Verfügbarkeit sagt jedoch nichts darüber aus, ob sie regional oder ohne beheiztes Gewächshaus angebaut wurden.

Für die Auswahl sind die Monate Mai bis September besonders hilfreich: Dann können Sie bei vielen Blumen nach Ware aus deutschem Freiland fragen. Im Winter hilft der Kalender eher dabei, geschützten Anbau und Import als wahrscheinliche Herkunft einzuordnen.

Importblumen richtig einordnen

Ein großer Teil der Schnittblumen in Deutschland kommt aus dem Ausland. Die Verbraucherzentrale Hamburg bezifferte den Importanteil in einem Beitrag vom Februar 2024 auf rund 80 Prozent. Sie nannte dabei auch die Niederlande, Kenia, Äthiopien, Sambia, Ecuador und Kolumbien als Herkunfts- oder Handelsländer.

Die Niederlande sind ein wichtiger Umschlagplatz für Blumen. Eine Blume, die über die Niederlande verkauft wird, muss dort nicht angebaut worden sein. Fragen Sie daher konkret: „In welchem Land ist diese Blume gewachsen?“ und „Wurde sie im Freiland oder im Gewächshaus angebaut?“ Die Verbraucherzentrale Hamburg erklärte im Februar 2024, dass es für Schnittblumen keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung wie bei Obst und Gemüse gebe. Ein Verkaufs- oder Handelsland allein reicht deshalb nicht immer aus, um den Anbauort festzustellen.

Auch die Ladenverfügbarkeit verrät nicht, ob eine Blume gerade Saison hat. Tulpen im Januar oder Rosen im Winter können aus beheizten Gewächshäusern oder aus anderen Ländern kommen. Der Kalender unterscheidet deshalb zwischen typischer Freilandsaison und Ware, die unabhängig davon im Handel erhältlich ist.

Nachhaltige Schnittblumen kaufen

Wenn Sie im Sommer einen Strauß auswählen, fragen Sie zuerst nach regionalen Freilandblumen der Saison. Diese Blumen brauchen keine energieintensive Heizung im Gewächshaus und haben meist kürzere Transportwege. Im Winter ist die Auswahl an heimischer Freilandware klein. Dann lohnt es sich, zusätzlich nach Anbauland, Anbauweise und Transportart zu fragen.

Die Transportstrecke allein entscheidet allerdings nicht über die Klimabilanz. Eine Lebenszyklusanalyse untersucht die Umweltwirkungen entlang der Herstellung und Lieferkette. Eine solche Analyse verglich bestimmte Rosen aus Kenia mit Rosen aus den Niederlanden. In diesem konkreten Vergleich schnitten Fairtrade-Rosen aus Kenia insgesamt besser ab als die niederländischen Vergleichsrosen. Rosen aus Kenia mit Seetransport verursachten dabei weniger Treibhausgasemissionen und benötigten weniger Energie als die untersuchten Rosen mit Lufttransport. Diese Ergebnisse beziehen sich auf die untersuchten Rosen und Anbauformen. Sie gelten nicht pauschal für alle Import- und Regionalblumen.

Bei importierten Blumen können Sie außerdem auf anerkannte Umwelt- und Sozialstandards achten. Fairtrade-Anforderungen umfassen unter anderem Arbeitsschutz, Schulungen zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln, einen sparsameren Wasserverbrauch sowie Vorgaben zu Abwasser und Abfall. Ein Siegel gibt Orientierung, löst aber nicht automatisch alle Umweltprobleme des Blumenanbaus. Fragen Sie bei Unsicherheit nach dem Siegelstandard und vermeiden Sie unnötig aufwendige Verpackungen.

Am einfachsten gehen Sie so vor: Fragen Sie im Sommer zuerst nach saisonalen Blumen aus der Nähe. Im Winter klären Sie Herkunft und Anbauweise und achten bei Importware auf nachvollziehbare Standards. So beurteilen Sie Herkunft und Anbau besser, als wenn Sie nur auf Blumenart oder Verkaufsort achten.

Kernaussagen

  • Wählen Sie nach Saison: Von Mai bis September ist die Auswahl deutscher Freilandblumen besonders groß.
  • Fragen Sie nach dem Anbauort: Ein Verkauf über die Niederlande bedeutet nicht automatisch, dass die Blume dort gewachsen ist.
  • Prüfen Sie Winterblumen genauer: Tulpen und Rosen im Winter stammen häufig aus Gewächshaus- oder Importanbau.
  • Beurteilen Sie die ganze Lieferkette: Neben der Entfernung zählen Anbauenergie und Transportart. Ein einzelner Rosenvergleich erlaubt keine allgemeine Rangliste.
  • Nutzen Sie Siegel als Orientierung: Fairtrade-Standards berücksichtigen Arbeitsbedingungen und Umweltaspekte, ersetzen aber nicht die Frage nach Herkunft und Anbauweise.
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Quellen und Aktualisierung

Zuletzt aktualisiert am 15. Oktober 2026. Preise und Lieferangaben in den Angeboten stammen aus den Shops und können sich ändern.